Rohstoffpreise haben im Jahr 2025 starke Bewegungen gezeigt. Gold erreichte Rekordstände, Öl pendelte zwischen Konjunktursorgen und geopolitischen Spannungen, andere Rohstoffe wie Industriemetalle reagierten auf Handelskonflikte und Wachstumsdaten. Für Anleger gilt: Rohstoffe sind volatil und eignen sich nur als kleine Beimischung – nicht als Kern einer langfristigen Anlagestrategie.
Gold: Rekordstände und Treiber
Gold hat 2025 kräftig zugelegt und Allzeithochs erreicht. Getrieben wurde die Entwicklung von mehreren Faktoren: starke Zentralbanknachfrage, geopolitische Unsicherheit, Erwartungen an Zinssenkungen in den USA und im Euroraum sowie die Rolle des Goldes als Vermögensschutz in unsicheren Zeiten. Die Bewertung ist hoch – wer einsteigt, kauft zu historisch hohen Preisen.
Zentralbanken und Nachfrage
Viele Zentralbanken haben ihre Goldreserven ausgebaut. Das stützt die Nachfrage und sendet ein Signal an die Märkte. Gleichzeitig steigt das Risiko: Bei einer deutlichen Beruhigung der Lage oder überraschend hohen Zinsen könnte die Nachfrage nachlassen und die Kurse unter Druck geraten.
Eignung für Privatanleger
Gold eignet sich als kleine Beimischung zur Diversifikation, nicht als Hauptposition. Es wirft keine Erträge ab, die Lagerung und Absicherung kosten. Wer langfristig Vermögen aufbauen will, sollte den Großteil in Aktien und Anleihen anlegen und Gold nur in geringem Umfang halten – falls überhaupt.
Öl: Volatilität zwischen Konjunktur und Politik
Der Ölpreis blieb 2025 schwankungsanfällig. OPEC-Beschlüsse zu Fördermengen, die Entwicklung der globalen Nachfrage und Handelspolitik beeinflussten die Kurse. Geopolitische Spannungen können kurzfristig zu Preissprüngen führen, Konjunktursorgen oder Überangebot zu Rücksetzern. Öl ist damit typisch für Rohstoffe: schwer vorhersehbar, abhängig von vielen externen Faktoren.
Nachfrage und Energiewende
Die langfristige Nachfrage nach Öl wird von der Energiewende und der Elektrifizierung des Verkehrs beeinflusst. Das bedeutet nicht, dass Öl kurzfristig irrelevant wird – aber die Unsicherheit über die mittlere Frist bleibt hoch. Anleger, die in Öl oder Ölunternehmen investieren, tragen dieses Strukturrisiko mit.
Öl im Portfolio
Direkte Ölinvestments (Rohöl-Futures, Öl-ETFs) sind für die meisten Privatanleger ungeeignet: hohe Kosten, Rollverluste bei Terminkontrakten, keine langfristige Wertentwicklung wie bei Aktien. Wer Exposure will, kann über Aktien von Ölkonzernen nachdenken – aber auch das erhöht die Abhängigkeit von einem Sektor und von Rohstoffpreisen.
Industriemetalle und andere Rohstoffe
Kupfer, Nickel und andere Industriemetalle stehen unter dem Einfluss von Konjunktur und Handelspolitik. Zölle und Handelskonflikte haben 2025 für zusätzliche Volatilität gesorgt. Die langfristige Nachfrage nach Metallen für Elektromobilität und erneuerbare Energien kann bestimmte Rohstoffe stützen – timing und Preise bleiben aber unsicher.
Rohstoff-ETFs und Streuung
Rohstoff-ETFs bilden oft Indizes aus Futures ab. Das führt zu Rollkosten und Abweichungen vom Spotpreis. Eine breite Rohstoffbeimischung kann zur Diversifikation beitragen, ersetzt aber nicht die Basis aus Aktien und Anleihen. Wer Rohstoffe hält, sollte den Anteil gering halten und sich der Volatilität bewusst sein.
Einordnung für Anleger
Rohstoffe als Beimischung
Rohstoffe eignen sich als kleine Beimischung zur Streuung – nicht als Kernposition. Die Abhängigkeit von Politik, Wetter, Konjunktur und Spekulation macht Timing schwer. Langfristig haben Aktien von Unternehmen eine bessere historische Realrendite als Rohstoffe; Rohstoffe glätten unter Umständen die Kurve, wenn sie in Krisenphasen anders laufen als Aktien.
Kein Ersatz für Aktien und Anleihen
Wer langfristig Vermögen aufbauen will, sollte auf Aktien und Anleihen setzen und Rohstoffe nur begrenzt verwenden. Ein weltweiter Aktien-ETF und eine Beimischung Anleihen bilden das Fundament. Gold oder breite Rohstoff-ETFs können in kleiner Dosierung ergänzt werden – ohne dass dies Pflicht wäre.
Transparenz und Kosten
Bei Rohstoff-Investments auf die Kosten achten: Managementgebühren, Rollkosten bei Futures, Steuerbehandlung. Oft schlucken Kosten einen Teil der Rendite. Einfache, kostengünstige Produkte bevorzugen und den Anteil im Portfolio begrenzt halten. Gold-ETFs, die physisches Gold abbilden, haben in der Regel niedrigere Rollkosten als breite Rohstoff-ETFs mit vielen Futures-Positionen – wer nur Gold beimischen will, kann solche Produkte prüfen.
Rohstoffe und Inflation
Rohstoffe werden oft als Inflationsschutz diskutiert. In der Vergangenheit haben Gold und andere Rohstoffe in einigen Inflationsphasen gut abgeschnitten – in anderen nicht. Eine garantierte Absicherung gegen Inflation gibt es nicht. Wer Rohstoffe hält, sollte das als kleine Beimischung zur Streuung verstehen, nicht als sicheren Inflationsschutz. Aktien von Unternehmen können langfristig mit der Inflation mitziehen, weil Unternehmen Preise anpassen und Gewinne erzielen können; Rohstoffe haben keine „Gewinne“, die mit der Inflation wachsen – sie sind reine Preisanlagen.
Rohstoff-ETFs: Rollkosten beachten
Viele Rohstoff-ETFs bilden Indizes aus Terminkontrakten (Futures) ab. Beim Rollen von einem Kontrakt in den nächsten entstehen Kosten – besonders wenn die Terminkurve in Contango steht (Zukunftspreise höher als Spot). Das kann die Rendite langfristig schmälern. Wer Rohstoffe über ETFs hält, sollte die Gesamtkosten (TER plus implizite Rollkosten) im Blick behalten. Physisch abgesicherte Gold-ETFs haben diese Rollkosten nicht – sie sind für eine reine Goldbeimischung oft die kostengünstigere Wahl.
Fazit
Rohstoffpreise haben 2025 stark geschwankt – Gold auf Rekordkurs, Öl zwischen Hoffnung und Sorge. Für Anleger bleiben Rohstoffe ein Randthema: kleine Beimischung ja, Kern der Strategie nein. Langfristiger Vermögensaufbau gelingt mit breiter Streuung in Aktien und Anleihen; Rohstoffe können optional dazu beitragen, das Gesamtrisiko zu streuen, ohne dass sie dafür nötig sind. Wer Rohstoffe hält, sollte den Anteil gering halten und die Kosten im Blick behalten – Rollkosten bei Futures-ETFs und TER können die Rendite schmälern. Einmal jährlich die Gewichtung prüfen und gegebenenfalls rebalancieren hilft, die gewünschte Beimischung zu halten. Kurz zusammengefasst: Rohstoffe sind volatil und eignen sich nur als kleine Beimischung – nicht als Kern der Strategie. Gold hat 2025 Rekordstände erreicht; Öl und andere Rohstoffe schwankten stark. Langfristiger Vermögensaufbau gelingt mit Aktien und Anleihen; Rohstoffe können optional zur Streuung beitragen.