Zum Jahresstart 2026 stehen Inflation und Zinspolitik im Fokus: Die Fed hatte 2025 drei Zinssenkungen vorgenommen und liegt bei 3,50 bis 3,75 Prozent; die EZB senkte im Juni 2025 auf 2,0 Prozent (Einlagenzins) und beließ die Zinsen im Oktober und Dezember unverändert. Die Fed verwies in ihrer Kommunikation auf erhöhte Inflation als Grund für ihre vorsichtige Haltung – zwei Gouverneure (Stephen Miran und Christopher Waller) stimmten in der Januarsitzung für eine weitere Senkung um einen Viertelpunkt, die Mehrheit beließ die Zinsen unverändert. Für 2026 signalisiert die Fed ein bis zwei weitere kleine Zinsschritte nach unten – abhängig von Arbeitsmarktdaten und Inflation. In diesem Beitrag ordnen wir den Ausblick ein, bewerten Risiken und skizzieren unseren Entscheidungsrahmen.
Fed und EZB – Zinspfade 2026
Die Fed hat 2025 drei Zinssenkungen vorgenommen (17. September, 29. Oktober, 10. Dezember) und den Leitzins von 4,25 bis 4,50 Prozent auf 3,50 bis 3,75 Prozent gesenkt. Die nächste Zinsentscheidung folgt am 28. Januar 2026 (Erwartung: unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent). Die Fed verwies auf solide wirtschaftliche Aktivität, aber niedrige Beschäftigungszuwächse, Stabilisierungszeichen bei der Arbeitslosenquote und erhöhte Inflation – die Unsicherheit über den wirtschaftlichen Ausblick bleibt erhöht. Die EZB hat ihre Inflationsprognose für 2026 nach oben korrigiert und signalisiert damit, dass weitere Zinssenkungen nicht automatisch folgen. Die EZB hat im Januar 2026 keine Zinssitzung.
Inflation und Märkte
Erhöhte Inflation kann weitere Zinssenkungen der Fed verzögern – höhere Zinsen tendieren dazu, Aktienbewertungen unter Druck zu setzen und Anleihenkurse zu drücken. Sinkende Inflation kann weitere Senkungen beschleunigen – das stützt tendenziell Aktien und Anleihen. Wir timen den genauen Zinspfad nicht: Wir kaufen unabhängig von der Inflation und der Zinsentscheidung regelmäßig ein – in Phasen hoher und niedriger Zinsen. Breite Streuung in Aktien und Anleihen reduziert für uns das Risiko von Zinsschocks; ein Mix aus Aktien und Anleihen gleicht Schwankungen ab.
Einordnung für uns
Wir streuen langfristig in Aktien und Anleihen – den Zinspfad timen wir nicht. Langfristig zählen für uns Gewinnentwicklung und Bewertung mehr. Wir kaufen unabhängig von der Inflation und der Zinsentscheidung regelmäßig ein. Breite Streuung reduziert für uns das Risiko von Zinsschocks – wenn wir sowohl Aktien als auch Anleihen halten, profitieren wir in unterschiedlichen Zinsumfeldern. Der Jahresstart 2026 ist für uns kein Grund, die Strategie zu ändern; Qualität, Streuung und Geduld zählen für uns mehr als die nächste Inflationszahl oder Zinsentscheidung.
Praxistipps zum Jahresstart
Wenn wir zum Jahresstart prüfen, ob die Allokation noch passt, schichten wir nicht aus Euphorie oder Panik um. Eine grobe Aufteilung (z. B. 60 Prozent Aktien, 40 Prozent Anleihen oder nach Risikoneigung) können wir beibehalten. Wenn wir 2026 mit regelmäßigen Käufen starten oder fortfahren, streuen wir von Anfang an über viele Länder und Branchen – und sind nicht von der nächsten Zinsentscheidung der Fed oder der EZB abhängig. Starke Jahre wie 2025 sind für uns kein Grund, die Strategie zu ändern.
Risiken und Entscheidungsrahmen
Erhöhte Inflation kann die Fed dazu bringen, länger mit weiteren Senkungen zu warten – das kann Aktien und Anleihen kurzfristig belasten. Wir reagieren nicht auf jede Inflationsmeldung – wir halten die Allokation nach Plan und denken langfristig. Einzelne Zinsentscheidungen ändern für uns nicht die Strategie; wir prüfen die Allokation einmal jährlich (Rebalancing) und nicht nach jeder Zinssitzung.
Fazit
Inflation und Zinsen bleiben 2026 zentrale Themen für Fed und EZB. Die Fed signalisiert ein bis zwei weitere kleine Zinsschritte nach unten; die EZB hat ihre Inflationsprognose für 2026 nach oben korrigiert. Wir streuen breit und timen den Zinspfad nicht – wir profitieren von der Entwicklung der Weltwirtschaft über viele Jahre, unabhängig von der nächsten Zinsentscheidung.