Die Fed und die EZB haben im Jahr 2025 mehrfach die Leitzinsen gesenkt. Im November 2025 stehen weitere Schritte und die Datenabhängigkeit im Fokus. Beide Notenbanken betonen, dass sie sich nicht im Voraus auf einen festen Zinspfad festlegen – jede Sitzung wird von den aktuellen Daten abhängig gemacht. In diesem Artikel ordnen wir die Zinspfade ein und erläutern, wie wir mit Zinsunsicherheit umgehen – ohne konkrete Produktempfehlungen.
Fed
Die Fed hat im September und zuvor im Jahr 2025 die Zinsen gesenkt und signalisiert weitere Schritte, wenn Konjunktur und Inflation es erfordern. Die Arbeitsmarktdaten (Abschwächung der Jobzuwächse, leichter Anstieg der Arbeitslosenquote) haben die Fed zu den Senkungen bewogen. Politische Forderungen nach kräftigeren Senkungen ignoriert die Fed – sie betont ihre Unabhängigkeit und Datenabhängigkeit. Der Zinspfad ist offen: Weitere Senkungen sind möglich, aber nicht garantiert. Wenn die Inflation überraschend wieder steigt oder der Arbeitsmarkt sich festigt, könnte die Fed die Senkungen verlangsamen oder pausieren.
Fed-Kommunikation
Die Fed veröffentlicht nach jeder Sitzung eine Erklärung und alle paar Monate die Projektionen der Notenbanker (Dot Plot). Diese Projektionen sind keine Zusagen – sie reflektieren die Einschätzung der Notenbanker unter der Annahme der aktuellen Daten. Wir interpretieren die Fed nicht als „automatischen“ Zinssenker – die Daten können sich ändern. Die Betonung der Datenabhängigkeit ist für uns ernst gemeint.
EZB
Die EZB hat mehrfach die Leitzinsen gesenkt und begründet das mit dem fortschreitenden Abbau der Inflation und der gedämpften Konjunktur im Euroraum. Im Oktober und in den Monaten davor hat die EZB die Zinsen teils gesenkt, teils unverändert gelassen – je nach Datenlage. Weitere Senkungen sind möglich, werden aber von Sitzung zu Sitzung entschieden. Die Inflation im Euroraum nähert sich dem Zielwert von zwei Prozent; die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) bleibt höher. Die EZB betont ebenfalls die Datenabhängigkeit – für uns kein fester Zinspfad.
EZB und Konjunktur
Die Konjunktur im Euroraum ist uneinheitlich – Deutschland bleibt schwach, andere Länder stabiler. Die EZB muss die gesamte Währungsunion im Blick behalten. Eine zu restriktive Geldpolitik könnte die schwache Konjunktur weiter belasten; eine zu lockere könnte die Inflation wieder anheizen. Die EZB navigiert zwischen diesen Polen – datenabhängig und ohne langfristige Zusagen. Wir ordnen ein: Die EZB folgt den Daten, nicht einem festen Plan.
Einzelaktien und Zinspolitik – Banken im Fokus
Banken wie die Commerzbank sind von der EZB- und Fed-Zinspolitik abhängig – die Commerzbank zählte 2025 gemeinsam mit Rheinmetall und Siemens Energy zu den großen DAX-Gewinnern; einige dieser Aktien haben sich 2025 mehr als verdoppelt. Zinssenkungen entlasten die Refinanzierung, können aber die Zinsmarge belasten. Wer in Einzelaktien wie Commerzbank investiert, trägt Zinsrisiko – für uns sind Einzelaktien nur Beimischung, breite Streuung bleibt die Basis. Wie jeder das konkret umsetzt, liegt in seiner Verantwortung.
Einordnung für uns
Zinssenkungen stützen tendenziell Aktien und Anleihen. Niedrigere Zinsen senken die Diskontierung künftiger Gewinne und machen Anleihen mit bestehenden Kupons attraktiver. Langfristig zählen für uns Gewinnentwicklung und Bewertung – nicht der einzelne Zinsbeschluss. Wir streuen breit und müssen kurzfristige Schwankungen nicht timen. Die Unsicherheit über den Zinspfad ist für uns normal – beide Notenbanken wollen sich Flexibilität bewahren.
Nicht auf Zinspfad wetten
Eine Strategie, die auf einer genauen Prognose des Zinspfads basiert, ist für uns riskant – die Notenbanken selbst kennen den Pfad nicht. Wir stellen unser Portfolio so auf, dass es sowohl mit weiteren Zinssenkungen als auch mit einer Pause leben kann. Breite Streuung (Aktien und Anleihen), langer Anlagehorizont und regelmäßiges Sparen reduzieren für uns die Abhängigkeit von der nächsten Zinsentscheidung. Wie jeder das konkret umsetzt, liegt in seiner Verantwortung – wir verkaufen kein bestimmtes Produkt.
Fazit
Fed und EZB haben 2025 mehrfach die Zinsen gesenkt – im November 2025 bleiben weitere Schritte möglich, aber nicht garantiert. Beide Notenbanken betonen die Datenabhängigkeit. Für uns gilt: Zinssenkungen stützen tendenziell Aktien und Anleihen; langfristig zählen Gewinnentwicklung und Bewertung. Wir streuen breit und denken langfristig – wir müssen den Zinspfad nicht timen. Beide Notenbanken veröffentlichen nach jeder Sitzung eine Erklärung und halten Pressekonferenzen – die Kommunikation ist transparent. Wir verfolgen die Entwicklung, ohne bei jeder Sitzung zu reagieren. Die Zinspfade von Fed und EZB sind nicht identisch – die USA und der Euroraum haben unterschiedliche Konjunktur- und Inflationslagen. Wir reduzieren die Abhängigkeit von einer einzelnen Notenbank, indem wir über Regionen streuen. Wie jeder das konkret umsetzt, liegt in seiner Verantwortung.
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