Die Europäische Zentralbank hat bei ihrer Zinsentscheidung am 18. Dezember 2025 – der letzten Sitzung des Jahres – den Leitzins unverändert gelassen. Der Einlagensatz bleibt bei 2,0 Prozent. Es ist die vierte Pause in Folge seit Juni 2024. Die EZB korrigierte ihre Inflationsprognose für 2026 nach oben (von 1,7 auf 1,9 Prozent) und erklärte, die aktuellen Zinssätze lägen auf dem richtigen Niveau; die Inflation sollte mittelfristig auf dem 2-Prozent-Ziel stabilisieren. In diesem Beitrag ordnen wir den Beschluss ein und geben Hinweise für Anleger.
Beschluss und Begründung
Der EZB-Rat behält alle Leitzinsen bei – Hauptrefinanzierungszins, Einlagenzins und Spitzenrefinanzierungszins bleiben unverändert. Die EZB betont ihre datenabhängige Entscheidung und legt sich nicht im Voraus auf einen Zinspfad fest. Die nach oben korrigierte Inflationsprognose für 2026 unterstreicht die Vorsicht – eine weitere Senkung wäre bei steigenden Inflationserwartungen riskant. Der EZB-Rat begründet die Pause mit der Unsicherheit durch Handelskonflikte und geopolitische Spannungen – sie könnten die Inflation wieder anheizen oder die Konjunktur weiter dämpfen.
EZB folgt nicht automatisch der Fed
Gleichzeitig hat die Fed im Dezember 2025 den Leitzins erneut gesenkt (auf 3,50 bis 3,75 Prozent – dritte Senkung in Folge nach September und Oktober). Die EZB pausiert – sie folgt nicht automatisch der Fed, sondern orientiert sich an den Daten im Euroraum. Die Konjunktur in den USA und im Euroraum ist unterschiedlich – die USA robuster, Europa und besonders Deutschland schwächer. Die Inflation im Euroraum nähert sich dem EZB-Ziel von zwei Prozent – die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) bleibt höher. Die EZB will sicherstellen, dass die Inflation nachhaltig auf zwei Prozent zurückkehrt, bevor sie weitere Senkungen vornimmt.
Vierte Pause in Folge
Die EZB hat am 5. Juni 2025 die Leitzinsen um 25 Basispunkte gesenkt (Einlagenzins auf 2,0 Prozent). Seither pausiert sie mehrfach – im Oktober und im Dezember 2025 blieben die Zinsen unverändert. Es ist die vierte Pause in Folge seit Juni 2024 (nach mehreren Senkungen davor). Die EZB schließt das Jahr 2025 mit unveränderten Zinsen – die nächsten Schritte hängen von den Daten 2026 ab.
Bedeutung für Anleger
Unveränderte Zinsen bedeuten Stabilität für Anleiherenditen und Kreditzinsen – die Renditen von Bundesanleihen und anderen Euroraum-Anleihen bleiben in einem engen Korridor. Wer langfristig investiert, sollte sich nicht von einzelnen Zinsentscheidungen leiten lassen. Langfristig zählen Inflationsentwicklung und Konjunktur – nicht der einzelne Beschluss im Dezember. Die EZB betont ihre Datenabhängigkeit – weitere Senkungen sind möglich, aber nicht garantiert. Wenn die Inflation 2026 überraschend steigt, könnte die EZB länger pausieren; wenn sie weiter sinkt, könnten Senkungen folgen.
Anleihen und Aktien
Unveränderte Zinsen stützen die Kurse bestehender Anleihen – keine Überraschung, die die Renditen nach oben treiben würde. Für Aktien ist die Botschaft neutral – keine weitere Lockerung, aber auch keine Verschärfung. Die Bewertungen von Wachstumsaktien hängen von den Zinserwartungen ab – die EZB-Pause war von den Märkten teilweise erwartet; große Kursbewegungen blieben aus. Langfristig zählen Gewinnentwicklung und Bewertung – nicht der einzelne Zinsbeschluss.
Was Anleger beachten sollten
Nicht auf einen Zinsbeschluss wetten: Die EZB entscheidet von Sitzung zu Sitzung. Weitere Senkungen sind möglich, aber nicht garantiert – die nach oben korrigierte Inflationsprognose für 2026 signalisiert Vorsicht. Eine Strategie, die auf einer genauen Prognose des EZB-Zinspfads basiert, ist riskant – die EZB selbst kennt den Pfad nicht.
Inflation beobachten: Langfristig zählen Inflationserwartungen für die Bewertung von Aktien und Anleihen. Wenn die Inflation wieder anzieht, könnte die EZB länger pausieren oder sogar wieder anheben; wenn sie weiter sinkt, könnten Senkungen folgen. Wir verfolgen die Entwicklung – ohne bei jeder EZB-Sitzung zu reagieren.
Langfristig denken: Die EZB schließt das Jahr 2025 mit unveränderten Zinsen. Beide Notenbanken (Fed und EZB) betonen ihre Unabhängigkeit und datenabhängige Entscheidungen. Für Anleger gilt: Breite Streuung und Geduld schützen besser als Wetten auf den nächsten Zinsbeschluss. Wer breit streut (Aktien und Anleihen), muss den EZB-Zinspfad nicht timen.
Einordnung
Die EZB schließt das Jahr 2025 mit unveränderten Zinsen – nach der Senkung am 5. Juni 2025 (Einlagenzins auf 2,0 Prozent) pausiert sie in der zweiten Jahreshälfte mehrfach (Oktober und Dezember unverändert). Langfristig zählen Inflationsentwicklung und Konjunktur – nicht der einzelne Beschluss. Anleger, die breit streuen und langfristig denken, müssen die nächste EZB-Sitzung nicht vorhersagen.
Fazit
Die EZB belässt den Leitzins im Dezember 2025 unverändert – Einlagensatz bei 2,0 Prozent. Die nach oben korrigierte Inflationsprognose für 2026 unterstreicht die Vorsicht. Für Anleger gilt: Unveränderte Zinsen bedeuten Stabilität – keine Überraschung. Langfristig zählen Inflationsentwicklung und Konjunktur – nicht der einzelne Zinsbeschluss. Breite Streuung und Geduld schützen besser als Wetten auf den nächsten EZB-Beschluss.
Bundesanleihen und Euroraum-Anleihen
Unveränderte EZB-Zinsen bedeuten Stabilität für die Renditen von Bundesanleihen und anderen Euroraum-Anleihen – keine Überraschung, die die Renditen nach oben oder unten treiben würde. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen bleibt in einem engen Korridor – getrieben von der Erwartung, dass die EZB 2026 datenabhängig bleibt. Wenn wir in Euro-Anleihen investieren, können wir mit stabilen Rahmenbedingungen rechnen – weitere Senkungen sind möglich, aber nicht garantiert. Die EZB betont ihre Unabhängigkeit und datenabhängige Entscheidungen – Wir lassen uns nicht von einzelnen Zinsentscheidungen leiten, sondern streuen breit und denken langfristig.