Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Januar 2026 keine Zinssitzung – die nächste Entscheidung über den Leitzins folgt später. Der Einlagenzins bleibt bei 2,0 Prozent (Stand Dezember 2025). Die EZB hatte im Juni 2025 die Leitzinsen gesenkt und im Oktober und Dezember 2025 unverändert gelassen. Die Inflationsprognose für 2026 wurde nach oben korrigiert – das signalisiert, dass weitere Zinssenkungen nicht automatisch folgen. In diesem Beitrag ordnen wir den EZB-Ausblick ein, bewerten Risiken und skizzieren unseren Entscheidungsrahmen.
EZB-Zinspfad 2025 – Rückblick
Die EZB senkte im Juni 2025 die Leitzinsen auf 2,0 Prozent (Einlagenzins) – nach einer Phase der Zinserhöhungen zur Inflationsbekämpfung. Im Oktober und Dezember 2025 beließ die EZB die Zinsen unverändert; die Inflationsprognose für 2026 wurde nach oben korrigiert – das signalisiert Vorsicht bei weiteren Senkungen. Für Banken wie die Commerzbank bedeuteten die Senkungen 2025 eine Entlastung bei der Refinanzierung; gleichzeitig kann die Zinsmarge unter Druck geraten, wenn die Zinsen weiter sinken. Für uns zählt langfristig die Gewinnentwicklung und Bewertung mehr als einzelne Zinsentscheidungen – wir timen den EZB-Zinspfad nicht.
Fed und EZB – unterschiedliche Kalender
Die Fed entscheidet am 28. Januar 2026 über den Leitzins (Erwartung: unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent); die EZB hat im Januar 2026 keine Zinssitzung. Die Fed hatte 2025 drei Zinssenkungen vorgenommen; zwei Gouverneure (Stephen Miran und Christopher Waller) stimmten in der Januarsitzung für eine weitere Senkung – die Mehrheit beließ die Zinsen unverändert. Die EZB senkte im Juni 2025 auf 2,0 Prozent (Einlagenzins) und beließ die Zinsen im Oktober und Dezember 2025 unverändert. Die Inflationsprognose für 2026 wurde nach oben korrigiert – das signalisiert für uns, dass weitere Zinssenkungen nicht automatisch folgen. Wir ordnen ein: Fed und EZB bewegen sich in ähnliche Richtung (vorsichtige Lockerung), aber mit unterschiedlichem Tempo und Kalender. Wir passen unsere Strategie nicht an einen einzelnen Kalendertag an.
Einordnung für uns
Wir streuen langfristig in Aktien und Anleihen – den EZB-Zinspfad timen wir nicht. Langfristig zählen für uns Gewinnentwicklung und Bewertung mehr. Wir kaufen regelmäßig nach Plan ein – unabhängig von der Zinsentscheidung im Januar. Breite Streuung über Europa, USA und andere Regionen reduziert für uns das Risiko von regionalen Zinsschocks. Der Januar 2026 ist für uns kein Grund, die Strategie zu ändern – die EZB hat keine Zinssitzung; der Leitzins bleibt bei 2,0 Prozent.
Sparplan und Zinspolitik
Wir kaufen unabhängig von der EZB- oder Fed-Entscheidung regelmäßig ein – in Phasen hoher und niedriger Zinsen. Langfristig gleichen sich Zinsschwankungen für uns tendenziell aus; wer über viele Jahre investiert, profitiert von der Entwicklung der Weltwirtschaft. Die EZB-Entscheidung (oder das Ausbleiben einer Entscheidung im Januar) ändert für uns nichts an der Einordnung: breit streuen, regelmäßig sparen, langfristig denken. Wir empfehlen keine konkreten Produkte – wir ordnen den Rahmen ein.
Inflationsprognose und Zinsausblick
Die EZB hat die Inflationsprognose für 2026 nach oben korrigiert – das signalisiert für uns, dass weitere Zinssenkungen nicht automatisch folgen. Höhere Inflationserwartungen können die Notenbank dazu bringen, die Zinsen länger hoch zu halten oder weniger stark zu senken. Für Anleihen bedeutet das: Renditeanstiege sind möglich, wenn die Inflation höher ausfällt als erwartet. Für Aktien können moderate Zinsen die Bewertung stützen – zu hohe Zinsen belasten, zu niedrige können Blasen begünstigen. Wir timen den Zinspfad nicht – Streuung und Zeithorizont zählen für uns mehr.
Was wir bei Anleihen beachten
Anleihen reagieren auf Zinsänderungen: Steigen die Zinsen, fallen die Kurse bestehender Anleihen; sinken die Zinsen, steigen die Kurse. Die EZB hat im Januar 2026 keine Zinssitzung – der Leitzins bleibt bei 2,0 Prozent. Wir halten einen Mix aus Aktien und Anleihen – so gleichen wir Zinsschwankungen tendenziell ab, weil Aktien und Anleihen unterschiedlich auf Zinsänderungen reagieren. Wir ändern die Allokation nicht wegen einer einzelnen Zinsmeldung.
Europa vs. USA – Zinspolitik
Die EZB und die Fed verfolgen ähnliche Ziele (Preisstabilität, Vollbeschäftigung), aber mit unterschiedlichen Kalendern und Daten. Die USA haben 2025 stärker von der Konjunktur profitiert; Europa kämpft teils mit schwächerer Nachfrage. Die EZB hat 2025 einmal gesenkt (Juni); die Fed hat 2025 dreimal gesenkt. Wir streuen weltweit – regionale Unterschiede gleichen sich für uns tendenziell aus. Wir setzen nicht auf eine Region oder eine Notenbank.
Einzelaktien und Zinspolitik – Banken im Fokus
Banken wie die Commerzbank und andere europäische Kreditinstitute sind von der EZB-Zinspolitik abhängig – höhere Zinsen stützen die Zinsmarge, Zinsenkungen können die Marge belasten. Die Commerzbank zählte 2025 zu den großen DAX-Gewinnern (gemeinsam mit Rheinmetall und Siemens Energy); die EZB-Senkung im Juni 2025 stützte die Stimmung. Für 2026 bleibt der EZB-Zinspfad unsicher – die Inflationsprognose wurde nach oben korrigiert. Wenn wir in Bankaktien investieren, tragen wir Zinsrisiko – wir halten Einzelaktien nur als Beimischung, breite Streuung bleibt unsere Basis.
Risiken und Entscheidungsrahmen
Die Inflationsprognose nach oben zu korrigieren erhöht das Risiko, dass die EZB länger mit weiteren Senkungen wartet. Für Anleihen können Renditeanstiege und Kursrückgänge folgen; für Aktien kann moderate Zinspause die Bewertung stützen. Wir reagieren nicht auf jede Zinsmeldung – wir prüfen die Allokation nach Plan und halten den Zeithorizont langfristig. Einzelne Zinssitzungen ändern für uns nicht die Strategie.
Fazit
Die EZB hat im Januar 2026 keine Zinssitzung – der Leitzins bleibt bei 2,0 Prozent. Die Inflationsprognose für 2026 wurde nach oben korrigiert – weitere Zinssenkungen sind für uns nicht automatisch zu erwarten. Wir streuen breit und timen den Zinspfad nicht. Langfristig zählen Gewinnentwicklung und Bewertung mehr als der EZB-Kalender.